The Te Araroa Trail

10. Trail-Abschnitt: Von National Park nach Taumarunui über das Tongariro Crossing – Rückwärts nach Mordor

Te Araroa Trail Total (TTT): Nachholung von 110 km (km 1.166 – 1.056 des Trails, rückwärts = Northbound)

 

Highlight:
Landschaftlich der absolute Höhepunkt der North Island! Tongariro, Ngauruhoe/Schicksalsberg, Ruapehu…und die überragende Kiwi-Hilfsbereitschaft erstaunt mich immer wieder!

 

Beileid:
Eigentümer/Mitarbeiter des Tongariro Holiday Park – arrogant und gleichgültig (kurz: Idioten!)

 

💪🏼: 6/10
😄😐☹: 9/10

Trail Day 44: Von National Park Village nach Mangatepopo Hut (30 km)

Lange genug rumgechillt und Beine ausgeruht! Ab sofort bewege ich mich wieder zu Fuß vorwärts…oder rückwärts, wenn man so will. 😉 Denn durch meine Verletzungspause und das Vorziehen der Kanutour habe ich noch etwas vom Trail nachzuholen. Genauer gesagt 110 Kilometer im Tongariro-Nationalpark, die mich wieder zurück nach Taumarunui führen. Von Whanganui nahm ich gestern den Bus bis National Park Village, nachdem ich mich vorher noch um Handy-Ersatz gekümmert hatte (das tat weh in der Reisekasse!). Anyway, ab jetzt schaue ich wieder nach vorne…oder eben zurück! 😉

Im Hostel erwartete mich bereits eine Pressemitteilung über die Regenfälle der letzten Tage und deren Auswirkungen auf meinen Trail. Anscheinend stehen große Teile des Weges unter Wasser oder sind sogar ganz weggespült worden…na das fängt ja gut an! Aber für die nächsten Tage war extrem gutes Wetter angesagt worden…und Warten auf den nächsten Regen kommt ja schließlich auch nicht in Frage.

Mit neuen glänzenden Schuhen ging es endlich wieder los! Ich bin nach meinen stabileren Adidas Trail Runners mit fester Continental-Sohle – die nach 1000 Kilometern nun ihren Ruhestand feiern – auf noch leichteres Material umgestiegen. Damit trage ich an meinen Füßen nur ein Drittel des Gewichts im Vergleich zu Wanderstiefeln und sie wiegen noch einmal 400 Gramm weniger als mein letztes Paar. Vorteil: Extrem weniger Aufwand und damit höhere Geschwindigkeit! Nachteil: Weniger Stabilität (das gleiche ich durch gute Balance wieder aus), weniger Schutz vor harten und scharfen Steinen oder Wurzeln, schneller nasse Füße (aber sie trocknen auch schneller). Zeit für Experimente! 😉 Also schnell noch ein Foto von den neuen Tretern, bevor ich sie heute einem ersten intensiven Test unterziehe.

„Intensiv“ ist vielleicht das falsche Wort…nach meiner Verletzung hatte ich mir vorgenommen, es sehr vorsichtig angehen zu lassen. Gar nicht so einfach, wenn man sich vorher in Topform wähnte. Aber es waren über zwei Wochen seit meiner letzten harten Wanderung vergangen und dazwischen lagen viel Nichtstun und Alkohol…von daher ging es sowieso nicht schneller. 😉 Ich startete vom Dorf mit sieben Kilometer Roadwalk und bog dann auf den Mangahuia Track ein, der mir erste wundervolle Ausblicke auf Tongariro, Ngauruhoe (besser bekannt als Schicksalsberg oder Mount Doom aus „Herr der Ringe“) und vor allem Mt. Ruapehu ermöglichte. Ein bisschen Wehmut konnte ich beim Anblick vom Ruapehu nicht unterdrücken, da ich ihn ja eigentlich besteigen wollte. Doch durch meine Verletzung wollte ich es erstens nicht riskieren und zweitens fehlte mir dazu nun schlichtweg die Zeit.

Während meiner kurzen Pausen traf ich auf Minh aus Korea und später auf Zoe aus Holland, die mir entgegen kamen und wertvolle Tipps aus der „anderen“ Richtung mit auf den Weg gaben. Nachmittags erreichte ich nach 20 Kilometern den kleinen Touri-Ort Whakapapa, lud nochmal Energie in Form von Potatoe Wedges und eines Feijao-Apple-Smoothies auf und startete meine verbleibenden zehn Kilometer des Tages Richtung Mangatepopo am Fuße des Tongariro. Auch hier hatte ich grandiose Ausblicke auf die zahlreichen Vulkane, vor allem Mordor sah im abendlichen Sonnenlicht sehr freundlich und einladend aus (und Sauron ist bestimmt auch nicht so übel wie Elfen und Zwerge immer behaupten 😉)!

Gegen 20 Uhr erreichte ich die wunderschön gelegene Mangatepopo Hut, wo Ranger Maori-John gerade seine kleine Begrüßungszeremonie beendete. Hütte und Campsite waren komplett ausgebucht und normalerweise hätte man ohne Buchung den doppelten Preis bezahlen müssen, aber als TA-Hiker ließ er mich trotzdem dort campen und den normalen Preis bezahlen. John ist in der Gegend aufgewachsen und ich unterhielt mich lange mit ihm über maorische Kultur, (Aus-)Sprache und diese heilige Gegend herum um den Tongariro. Außerdem gab er mir ein paar hilfreiche Tipps für den morgigen Tag, das Tongariro Alpine Crossing, das einfach nur überragend werden sollte…

Trail Day 45: Tongariro Alpine Crossing (23 km)

…ich befolgte Johns Rat, schlief aus (bis mir im Zelt einfach zu warm wurde), frühstückte in Ruhe und genehmigte mir noch einen zweiten und dritten Kaffee, bevor ich mich um 11 Uhr auf den Weg machte. Dadurch waren die Touristenhorden schon lange durch…und ich musste nicht Slalom laufen. 😉

Über vulkanisches Gelände ging es zunächst langsam, dann steil bergauf zum ersten absoluten Highlight: dem Schicksalsberg oder Mount Ngauruhoe. Auf dem Weg dahin hieß es bereits 23:0 Touri-Überholungen, aber wie gesagt hielt sich das noch alles in Grenzen. Ich machte eine kurze Pause, bog dann vom offiziellen Te Ararao-Trail ab und begann den zweistündigen Aufstieg. Ich hatte mir allerdings vorher Tipps geholt, nur einen leichten Daypack gepackt und den Großteil meines Equipments am Fuße des Vulkans zurückgelassen und kletterte über den felsigen Teil des Aufstiegs, anstatt dem ausgetretenen, aber auch extrem weichen Trail nach oben zu folgen. Und es zahlte sich aus. Nach nur einer Stunde hatte ich die 600 Höhenmeter überwunden, und stand oben auf dem Kraterrand des Schicksalsberges. So fühlte sich also Frodo…oder Gollum! 😉 Aus 2.291 Metern Höhe genoss ich die grandiose Aussicht auf die verschiedenen Krater und Kraterseen des Tongariro sowie den schneebedeckten Gipfel des Ruapehu. Auf dem Berg waren neben mir nur fünf andere Gipfelstürmer und ich teilte bereitwillig meinen Peak-Whisky mit ihnen (Sauron-gerecht hieß der sogar „Devil’s Cut“). 😉 Das Wetter kann sich hier innerhalb von Sekunden ändern und pünktlich zum Abstieg kamen dicke Wolken herangezogen und bedeckten Gipfel und Aussicht komplett. Ich packte Kamera und Futter schnell zusammen und machte mich an den Abstieg. Hinunter konnte ich im weichen Vulkansand fast komplett „gleiten“ und mit meinen Trekking-Stöcken fühlte es sich wie Skifahren an. Unglaublicher Spaß…auch wenn ich mich das ein oder andere Mal halb überschlug! Und ich nach 20 Minuten am Fuße des Mt. Ngauruhoe feststellen durfte, dass ich die Befestigungsbänder meiner neuen Gaiters bereits geschrottet hatte…aber das war es wert! 😉

Es war jetzt bereits halb vier und ich musste eigentlich noch viel weiter am heutigen Tag. Ich hievte meinen schweren Rucksack wieder auf meinen Rücken und wanderte nun über so gut wie touristenentleerte Wege durch die einzigartige Tongariro-Vulkanlandschaft. Ich genoss wirklich jede Sekunde! Bei so tollem Wetter hätte ich die Überquerung vor zwei Wochen nicht machen können und so hatte meine Verletzung auch was Gutes. Immer wieder stieg starker Schwefelgeruch in meine Nase, insbesondere bei den Kraterseen war der Geruch sehr intensiv.

Der zweite Teil des Crossings nach dieser wunderschönen Vulkanlandschaft führt über mehrere Kilometer hinunter ins Tal, wiederum mit tollen Ausblicken auf den Lake Rotoaira und Lake Taupo. Ich hatte so langsam kein Wasser mehr…und die nächste Wasserquelle war noch sehr weit. Zwar gibt es im Tongariro-Nationalpark zahlreiche Bäche, deren Wasser aber aufgrund der vulkanischen Chemikalien nicht genießbar ist. Ich überlegte kurz, mich nach wenigen Kilometern im Ketetahi Shelter einzunisten. Von John hatte ich bereits erfahren, dass das Ketetahi Shelter früher eine Hütte war, dann allerdings Zielscheibe einer Lavakugel wurde und seitdem geschlossen war. Dennoch könnte man hier notfalls (illegal) übernachten. Aber ich hatte noch nicht so viele Kilometer hinter mir gelassen und wollte noch bis zum nächsten Holiday Park im Tal.

Kurze Zeit später bereute ich diese Entscheidung allerdings: meine Füße müssen sich noch an die extrem dünnen Sohlen meiner neuen Schuhe gewöhnen und taten jetzt auch durch das harte vulkanische Gestein sehr weh. Nach ein paar weiteren Kilometern ging es gar nicht mehr und ich wechselte in meine Sandalen. Das ging relativ gut, aber so dauerte alles etwas länger als normal. Unten im Tal angekommen war es bereits nach 20 Uhr und ich hatte noch sieben Kilometer bis zur nächsten Campsite mit Wasser vor mir. Ich traf einen Franzosen, der mir zumindest vorübergehend Erleichterung mit einer kleinen Wasserflasche verschaffte.

Ich lief also weiter an der Straße entlang, merkte aber schnell, dass ich es nur noch unter größter Anstrengung schaffen würde…und hatte einfach keine Lust mehr weiterzulaufen. Neben der Straße verlief ein großzügiger Grünstreifen, auf dem ich nun mein Zelt aufbaute. Durstig und dazu noch dreckig vom ganzen Vulkansand schlief ich ein…aber ich wusste ja, dass ich es am nächsten Morgen nicht mehr weit haben würde zur nächsten Wasserquelle. Und so träumte ich zufrieden und glückselig von diesem fantastischen Tag! 😉

Trail Day 46: Waione-Cokers Track (20 km)

Die Hoffnung auf Wasser (und vielleicht sogar gegen einen kleinen Obolus auch eine erfrischende Dusche) verschlug sich schnell! Der Oberschnösel im Holiday Park erteilte mir eine harte Abfuhr (nach Wasser?!?!), aber ich könnte es ja bei ihm kaufen… Ich stand kurz vor der Explosion, legte fünf Dollar auf den Tresen und verließ zähneknirschend sein Büro. So eine miese Tour kannte ich von den Kiwis bisher noch nicht…und wie sich später herausstellte, wird der Park auch von arroganten Engländern betrieben, die Freundlichkeit und netten Service aufgrund der super Lage ihres Holiday Parks anscheinend nicht nötig haben. Später hörte ich in Taumarunui noch weitere dieser Geschichten von anderen Wanderern. Es half nichts, von diesem Idioten ließ ich mir nicht die Laune verderben. Ich pinkelte noch an seinen Zaun und wanderte meines Weges. Ich weiß, sehr erwachsen! 😉

Meine Beine waren heute sehr schwer und ich hatte in Oberschenkeln und Waden einen heftigen Muskelkater. Die zwei Wochen Pause und die neuen Schuhe mit dünner Sohle forderten ihren Tribut. Ich entschied mich nach einigem Hin und Her, meine Etappe von National Park zurück nach Taumarunui von vier auf fünf Tage auszudehnen. Genug zu essen hatte ich dabei, Wasser sollte auf den nächsten Tracks auch kein Problem darstellen und einen Platz zum Campen findet man eigentlich immer.

Ich lief zunächst den Redoubt Track entlang, der sehr dicht bewachsen war, sodass mir ständig hohes Gras, ein Ast oder Dornen im Gesicht herumhingen. Der Track war allerdings nur sechs Kilometer lang, bevor er nach kurzer Unterbrechung auf der Straße auf den besser ausgebauten Waione-Cokers Track abbog. Es war ein speziell für Quads ausgelegter Track und damit ziemlich breit; durch die starken Regenfälle hatten sich allerdings riesige Wasserlöcher gebildet. Unter teils ohrenbetäubendem Zirpkonzert der Grillen fand ich aber immer einen Weg drumherum und meine Füße blieben trocken.

Unterwegs traf ich auf Otis aus den USA, mit dem ich mich über die weitere Strecke unterhielt…und ihm ebenso einige Tipps fürs das Tongariro Alpine Crossing mit auf den Weg gab.

Heute stand mal wieder eine Flussüberquerung an und die hätte eigentlich auch nicht besser passen können. Nach meiner verpassten Dusche früher am Tag genehmigte ich mir hier ein ausgiebiges Bad und wusch den hartnäckigen Vulkansand aus ein paar Sachen.

Wenig später traf ich zwei Holzfäller, die mir eine guten Tipp für mein Nachtlager mit auf den Weg gaben. Dort schlug ich bereits um 16 Uhr mein Zelt auf und hielt im Schatten eines Baumes einen kurzen (Nach-)Mittagsschlaf. Und um 19 Uhr zog ich schon um in mein Zelt und legte mich hin für die „Nacht“. So früh wie noch nie, einsamer Rekord! 😉

Trail Day 47: 42 Traverse (23 km) & per Anhalter von Owhango nach Taumarunui (17 km)

Etwas demotiviert wachte ich am frühen Morgen auf. Das Tongariro Crossing war so genial gewesen! Und jetzt hatte ich das Problem, mich auch für weniger interessante Etappen zu motivieren. Und eine dieser weniger anspruchsvollen oder mit keinen grandiosen Aussichten gespickten Etappen stand auch heute wieder an: die 42 Traverse führt auf einer Kiespiste relativ unspektakulär bergauf und -ab durch den Wald…Roadwalk unter Bäumen sozusagen! Aber es gehört zum Trail…und wie kann man schon die Höhepunkte des Trails wertschätzen, wenn man die hässlichen Schwestern nicht auch betrachtet. 😉

Bereits am frühen Morgen traf ich den nächsten Amerikaner. CJ hatte nur etwa 100 Meter entfernt von mir gezeltet und war natürlich Southbound unterwegs. Lustig ist, wie verwirrt erstmal andere TA-Wanderer auf mich reagieren, wenn ihnen ein Wanderer in ähnlicher Montur entgegenstiefelt. CJ war sehr nett und ich unterhielt mich lange mit ihm, bevor wir uns alles Gute wünschten und uns wieder in entgegengesetzte Richtung aufmachten. Vielleicht läuft man sich im Süden ja nochmal über den Weg!

Die Ruhe des Waldes wurde am heutigen Tag regelmäßig von zahlreichen Jägern auf Quads sowie Motocross- und Mountainbike-Fahrern unterbrochen. Bei einer meiner Pausen unterhielt ich mich kurz mit zwei Kiwis, die mir – nachdem ich ihnen erklärt hatte, was ich so treibe – spontan zwei Mandarinen in die Hand drückten und mir noch mehr Essen geben wollten. Ich müsste ja ständig Hunger haben! 😉

Nach sechs Stunden Wanderung in der heißen Sonne erreichte ich den kleinen Ort Owhango. Von hier wären es noch einmal 17 Kilometer zum Taumarunui Holiday Park und ich hätte den nachzuholenden Trail abgeschlossen. Insgesamt 40 Kilometer traute ich mir an diesem Tag allerdings nicht zu, meine Beinmuskeln waren jetzt schon müde und schmerzten. Nach einer kulinarischen Pause im Café 39 South (so benannt, da es auf dem 39. südlichen Breitengrad liegt) versuchte ich per Anhalter nach Taumarunui zu kommen. Und siehe da, ich benötigte ganze fünf Minuten für den ersten Hitch seit langer Zeit: einer der zahlreichen Kanu-Busse sammelte mich ein und beförderte mich direkt zu meinem Zeltplatz, wo mich mein inzwischen alter Bekannter Phil mit einem breiten Grinsen begrüßte. 😉

Trail Day 48: 42 Von Owhango nach Taumarunui (17 km) und per Bus nach Whanganui (140 km)

Die gestern per Anhalter zurückgelegten Kilometer wollte ich heute nachholen. Zunächst hatte ich jedoch einen späten Start in den Tag, weil ich mich mit einer riesigen Gruppe von TA-Hikern verquatschte, die am kommenden Tag die Kanutour zusammen machen sollten.

Ich eiste mich irgendwann los und war um halb zehn zurück auf der Straße. Die 17 Kilometer nach Owhango führten alle entlang des State Highway 4 und waren relativ schnell innerhalb von vier Stunden erledigt. Einzige kurze Unterhaltung zwischendurch boten ein Möchtegern-Aussichtspunkt und ein paar lustig aussehende Mini-Pferde. 😉 Ich machte wieder Halt im Café 39 South, während ich in der Mittagssonne mein Zelt vom Tau der letzten Nacht trocknen ließ. Außerdem war ich froh, hiermit nun auch offiziell die 110 nachzuholenden Kilometer bewältigt zu haben. Das hieß, nun konnte ich wieder in das 140 Kilometer entfernte Whanganui fahren und dort meinen Trail nach Süden weiter aufnehmen.

Der Plan war also relativ einfach: per Anhalter nach Süden. Und dafür hatte ich immerhin den ganzen Nachmittag und Abend Zeit! Ich packte meine Sachen zusammen und wanderte Richtung Ortsausgang Owhango. Aber nach nur zehn Minuten in der prallen Sonne (und vielleicht auch bedingt durch mein viel zu üppiges Mittagessen) verlor ich schnell die Geduld. Während meiner Wanderung nach Owhango war noch viel mehr Verkehr; jetzt kam nur alle paar Minuten ein Auto vorbeigefahren und das hielt nicht für mich an. Ich war richtig genervt!

Doch dann hatte ich Glück und der einzige Intercity-Bus des Tages nach Whanganui näherte sich. Hier war natürlich keine offizielle Haltestelle…und die Tickets müsste man eigentlich im Vorfeld kaufen, aber ich versuchte es trotzdem und winkte dem Busfahrer zu. Er fuhr noch kurz weiter, bremste dann aber für mich und hielt an. Ich packte meinen Rucksack und sprintete hinterher. Und siehe da, der nette ältere Fahrer könnte mich noch mitnehmen…wenn ich bar bezahlen würde. Ich kramte in meiner Tasche und hatte tatsächlich noch ganze 15 Dollar! Natürlich zu wenig bis nach Whanganui, aber bis zum nächsten Ort National Park reichte es allemal. Und von dort, dachte ich mir, fuhren bestimmt mehrere Touris wieder nach Süden, nachdem sie den Tongariro besucht hatten.

Nach 20 Kilometern erreichten wir bereits National Park. Ich stieg zusammen mit dem Busfahrer aus, der mir noch anbot, mich zum nächsten Ort mitzunehmen…aber dann wäre auch Schluss. In der Zwischenzeit schaltete sich auf einmal einer der älteren Mitreisenden ein und fragte, wieviel es mich nach Whanganui kosten würde. „30 Dollar“, antwortete der Busfahrer. Der alte Herr holte sein Portemonnaie hervor, hielt mir 20 Dollar hin und sagte nur „Here you go!“. Ich war total perplex und sprachlos. Ich wollte etwas sagen, aber brachte nichts hervor, weil das ganze so überraschend kam. Irgendwann brachte ich ein „Are you serious? You don’t have to do this, I can just hitch!“, aber der Kiwi-Samariter bestand darauf. Wahnsinn! Wäre mir das wohl jemals in Deutschland passiert?! 😉 Nach dem tollen Empfang von John in der Mangatepopo Hut in Tongariro erfuhr ich nur wenige Tage später ein weiteres Beispiel der Kiwi-Hilfsbereitschaft, echt toll! Ich fuhr also die restlichen 120 Kilometer bis nach Whanganui…und bin damit wieder back on track! Dank an meinen Kiwi Support! 😉

So what’s next:

 

Ich mache einen Zero Day in Whanganui und ruhe meine Beine aus. Außerdem will ich mir unbedingt „The Revenant“ im Kino anschauen! Danach starte ich die nächste drei- bis viertägige Etappe bis in das 100 Kilometer entfernte Palmerston North. Fast nur Roadwalk…ich werde also bestimmt regelmäßig an meinen Tongariro-Traumtag zurückdenken! 😉

5 Kommentare zu “10. Trail-Abschnitt: Von National Park nach Taumarunui über das Tongariro Crossing – Rückwärts nach Mordor

  1. Rüdi

    Super genial, freu mich für dich, dass du wieder unterwegs bist!! Dann hast du die Nordinsel ja fast geschafft. Freu dich auf den Süden!!

    1. Stef Autor des Beitrags

      Thx! Tongariro war der Hammer…und jetzt sind es „nur“ noch 325 km bis zum Ferry Terminal in Wellington. 😉 Hab gehört am Wochenende wird bei euch wieder aus dem Pott getrunken… 😉

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