The Te Araroa Trail

9. Trail-Abschnitt: Von Taumarunui nach Whanganui auf dem Whanganui River – „You never flip into the same river twice…“

Te Araroa Trail Total (TTT): 1.374 km

 

Highlight:

Unglaublich schöne Campsites und Hütten direkt am Whanganui River, sonnige und entspannte Tage mit der Paddel-Crew…und am Ende die Bezwingung der „Regenwand“ 😉

 

Beileid:

Handyunglück in den Fluten des Whanganui River…und damit auch fast alle Fotos der letzten Tage futsch. Und natürlich mein GPS! What now?

 

💪🏼: 7/10
😄😐☹: 7/10

Trail Day 38: Von Taumarunui nach Poukaria Campsite (36 km)

On the road again…oder besser gesagt auf dem Fluss! 😉 Egal, nach einer Woche Däumchen drehen und relaxen habe ich mich so auf Bewegung und Abenteuer gefreut!

Der Whanganui River führt über 230 Kilometer (oder umgerechnet sieben bis acht Tage mit dem Kanu) von Taumarunui bis nach Whanganui. Ich mache diesen Teil des Trails mit neun anderen Wanderern aus den USA, Kanada und Deutschland. Und wir alle freuen uns auf Entspannung für unsere Beine auf dem Fluss…und ein bisschen ungewohnten Muskelkater in bisher ungenutzten Regionen in den Armen und den Schultern. 😉

Nachdem wir uns am Vortag mit allerhand Essen, Alkohol und in meinem Fall mit Schmerzmitteln eingedeckt hatten, wurden wir am frühen Morgen von Blazing Paddles abgeholt. Vom Holiday Park Taumarunui – meinem Zuhause für immerhin eine ganze Woche aufgrund meines immer noch stark schmerzenden Schienbeins – fuhren wir zum Blazing Paddles-Headquarter, um dort unser Equipment und unsere Vorräte in wasserdichte Fässer zu verstauen. Jeder bekam zwei große und ein kleines Fass, die wir mit in unser Zweier-Kanu transportieren würden (natürlich festgezurrt, damit in den zahlreichen Stromschnellen nichts schiffbrüchig gehen würde 😉). Außerdem bekamen wir hier unsere Rettungswesten übergestülpt.

Im Anschluss wurden wir mitsamt unseren riesigen Kanus flussabwärts zum Cherry Cove transportiert, unserer Ablegestelle direkt hinter Taumarunui. Ein alter Kauz gab uns noch letzte Tipps und Sicherheitshinweise, insbesondere für die Stromschnellen und falls wir tatsächlich mal kentern oder vom Kanu fallen sollten. Canadian Logan und ich bildeten ein Team und stachen freudestrahlend mit unserem Kanu „Clarissa“ in See. 😉

Die weitere Crew:
– Kanu „Elizabeth“: Andi und Hannes
– Kanu „Phoebe“: Matt und Kelsea
– Kanu „Nancy“: American Logan und Pat
– Kanu „Mirabelle“: Wolf Man und Stefan 2

Es war sonnig und richtig heiß; ein perfekter Tag für einen relaxten Tag auf dem Fluss. Die ersten Stromschnellen waren noch etwas holprig, aber dann hatten wir den Dreh schnell raus. Zwischendurch machten wir immer wieder Bierpausen und genossen den Tag und die schöne vorbeiziehende Landschaft.

Es dauerte nicht lange und American Logan landete bei einer Stromschnelle in den Fluten, konnte sich aber am Kanu festhalten und als es ruhiger wurde auch wieder hineinklettern. Bei den nächsten beiden Stromschnellen erwischte es Wolf Man und Stefan 2; das erste Mal drehte es sie komplett einmal rum, verhakte es an einem Fels und überflutete ihr Kanu regelrecht. Danach war erstmal Wasserschöpfen angesagt. Beim zweiten Mal flippten sie komplett! Aber ihre Fässer waren gut verzurrt und – viel wichtiger – beide blieben unverletzt. Bis zur späten Mittagspause an der Campsite Onehipenu waren aber alle „gefährlichen“ Stellen des Flusses bereits überbrückt.

Danach fuhren wir noch zwei Stunden die 14 Kilometer bis zu unserer Campsite Poukaria weiter. Canadian Logan und ich gaben richtig Gas in den Stromschnellen…und entspannten immer wieder in ruhigen Gewässern. Zwischendurch lieferten wir uns Wasserschlachten und fuhren Autoscooter-mäßig in die anderen hinein oder wurden selber gerammt. Mal sehen, wie lange die Kanus bei unserem Fahrstil noch halten… 😉

Am Abend erreichten wir nach 36 Kilometern die wunderschön direkt am Fluss gelegene Campsite Poukaria. Wir genehmigten uns noch eine letzte Runde Trail Magic und gingen glücklich und zufrieden schlafen. Meine Verletzung ist zwar immer noch da, aber ich sehe es jetzt positiv…und habe ja noch weitere sechs Tage zur Erholung. Aber erstmal freue ich mich auf den morgigen Muskelkater!

Trail Day 39: Von Poukaria Campsite nach Mangapapa Campsite (32 km)

Am heutigen Tag standen von unseren epischen 230 km ganze 32 auf dem Plan…und wir ließen es extrem langsam angehen! Das Wetter war grandios und wir paddelten semiprofessionell mit Bier, Wein oder Scotch in der Hand den Fluss hinunter. Mein Mitkanute Canadian Logan und ich genossen die Sonne und ließen uns einfach treiben. Irgendwann ist Logan sogar einfach eingeschlafen und fing an zu schnarchen…wovon er wiederum aufwachte. 😉

Vielleicht nahmen wir auch einfach alles zu leicht…wir hatten unsere Rettungswesten ausgezogen und einige unserer Sachen wie Wasserflaschen, T-Shirts oder Kappe lagen einfach lose im Kanu herum, als wir etwas verschlafen und angetrunken auf eine Stromschnelle zusteuerten. Und dort natürlich direkt auf einen fiesen Fels auffuhren und flippten! Ach ja, meine Sandalen lagen auch irgendwo verstreut im Kanu…weshalb ich jetzt barfuß auf spitzen Steinen versuchte, das Kanu zu halten (lustiger Versuch, einfach unmöglich im tosenden Fluss!) und gleichzeitig herumfliegendes Equipment zu retten. Logan war ebenso im tosenden Wasser gelandet. Innerhalb von Sekunden hatte sich unser Kanu wieder in der Strömung aufgerichtet, natürlich bis obenhin vollgesogen mit Wasser. Wir versuchten unser Bestes, das Wasser aus dem Kanu zu schöpfen. Logan stieg in das Kanu und es ließ sich nicht mehr halten und weg war er…und ich inzwischen mit Rettungsweste inmitten der Stromschnelle zum Flipperball mutiert. Mit angezogenen Knien manövrierte ich durch die Stromschnelle ohne große weitere Blessuren und traf am Ende wieder auf Logan. Uns beiden war glücklicherweise nicht viel passiert…und unsere Fässer waren stark genug auf dem Kanu verzurrt gewesen. Der ganze Zwischenfall war uns höchstens etwas peinlich, da die Stromschnelle relativ easy war…und wir einfach zu schläfrig und betrunken, um selbst so eine Kleinigkeit zu meistern. Aber durch das freigesetzte Adrenalin waren wir immerhin ab jetzt voll da! 😉

Beim gemeinsamen Mittagessen mit dem Rest der Crew erzählten Logan und ich eine fantastische Geschichte darüber, wie wir in den Fluten erst noch vier Kinder retten mussten und deswegen so spät kamen. Einige glaubten uns sogar zunächst…was wohl viel über die bereits konsumierten Alkoholmengen aussagte!

Nach der Mittagspause paddelten wir wieder jeder für sich los, bildeten aber schnell ein zusammengeknotetes Floß aus allen Kanus und ließen uns weiter treiben und sonnen. Auch einige leichtere Stromschnellen meisterten wir so mehr oder weniger gekonnt. Besonders schnell voran kamen wir so aber nicht und irgendwann wurde es einigen dann doch zu behäbig. Wir trennten uns wieder und sofort entstand so etwas wie ein Rennen, wer eigentlich der Schnellste von allen ist. Besonders Matt und Kelsea gaben Gas, dahinter kamen Andi und Hannes Kopf-an-Kopf mit Canadian Logan und mir. Und von hinten kamen auf einmal American Logan und Pat angejagt. Nur Wolf Man und Stefan 2 ließen es wohl weiterhin gemächlich angehen und waren innerhalb kürzester Zeit nicht mehr gesehen.

Wir erreichten die Mangapapa Campsite um halb sieben und bauten unser Lager für die Nacht auf. Außerdem wurden wir dort von einer jungen Gruppe extrem netter Kiwis mit Bier empfangen, die uns über den Trail ausfragten und total begeistert waren. Ich mixte noch eine Runde Cuba Libre, Canadian Logan schmiss seinen Whiskey Tonic hinzu und lange hielt es uns auch nicht mehr unter den Lebenden. Sonne, Alkohol und körperliche Anstrengung sorgten für einen frühen Knock-out an diesem Abend! Life is great!

Trail Day 40: Von Mangapapa Campsite nach Mangawaiiti Campsite (36 km)

In der Nacht und am frühen Morgen regnete es zum ersten Mal leicht. Aber sobald wir uns relaxed um 10 Uhr aufmachten, klarte es schon wieder auf. Mein nasses Zelt baute ich einfach während unserer Mittagspause in der Sonne auf und es trocknete innerhalb weniger Minuten.

Der Tag verging wie im Flug und durch die zahlreichen Stromschnellen beschleunigt kamen wir bereits sehr früh 36 Kilometer später in Mangawaiiti Campsite an. Hier mussten wir unsere Fässer erstmal einen steilen Anstieg hinaufschleppen, um die Campsite zu erreichen.

Highlight des Tages waren auf jeden Fall die junge Kiwi-Gruppe und ihr Saufspiel! Irgendwann rissen sie ganze, drei Meter hohe Baumfarne heraus, steckten sich den Stamm unter das T-Shirt am Rücken und wurden so „eins mit der Natur“ wie sie uns erklärten. „Drink with a tree“ ist hier wohl nicht unüblich! 😉

Wir selber ließen es uns auch mit Bier, Rum, Scotch, Bourbon und Rotwein gutgehen…inzwischen hatte ich innerhalb von nur drei Tagen mehr getrunken als in allen vergangenen Wochen auf dem Trail! Aber irgendwie war das hier auch wie Urlaub vom Wandern und die Gesellschaft war phänomenal.

Trail Day 41: Von Mangawaiiti Campsite nach Ngaporo Campsite (32 km)

Wieder mal einer dieser Hangover Days, bei denen man sich fragt, ob es das gestern echt wert war! 😉 Es standen zwar „nur“ 32 Kilometer bis zu unserem nächsten Zeltplatz auf dem Programm…aber die sollten hart und lang werden.

Wir brachen wie schon die vergangenen Tage um 10 Uhr entspannt mit einem leichten Kater auf und erreichten bereits nach anderthalb Stunden unseren ersten Zwischenstopp: Mangapurua Landing, von wo man aus zur „Bridge to Nowhere“ gelangt. Warum „Brücke ins Nirgendwo“? Weil es mal eine durchgehende Verbindung vom Whanganui River bis zu einer Stadt in der Nähe des Ruapehu geben sollte…aber das Projekt musste zwischendurch abgebrochen werden. Die Landschaft und Wetterbedingungen waren zu hart und unbeständig für das Vorhaben und so ist nun diese Brücke in der Wildnis geblieben, die eigentlich ins Nirgendwo führt.

Die fünf Kilometer Fußmarsch hin und wieder zurück sind ja eigentlich kein Maßstab, aber bei meinen Schienbeinschmerzen passte ich ganz besonders auf. Es sind bereits zehn Tage nach dem ersten Auftreten der Schmerzen vergangen, aber sie sind immer noch da! Immerhin hatte ich heute keine Probleme, auch wenn ich die angespannten und teils geschwollenen Muskeln bei jedem Schritt merkte. Und noch habe ich ja weitere drei Tage Paddeltour zur Erholung…zumindest für meine Beine. 😉

Nach dem Mittagessen, während dessen wir hautnah einen Crash eines anderen Kanus beobachten konnten, paddelten wir weiter fleißig Richtung Ngaporo. Durch hohe Canyons und einige wenige Stromschnellen kamen wir unserem Ziel nur langsam näher. Heute nervte das Paddeln so richtig und einige wünschten sich wieder auf zwei Beinen zurück.

Doch bei Ankunft an unserer Campsite war die vorübergehende schlechte Laune wie weggeblasen. Was für ein großartiger Zeltplatz und auch noch ganz für uns allein! Wir machten es uns gemütlich, bereiteten unser Abendessen zu (diesmal mit weniger alkoholischer Begeleitung, so langsam gehen die Vorräte auch zur Neige! 😉) und ließen uns auch nicht von einem wildernden Opossum aus der Feiertagsruhe bringen.

Andi legte sich noch einmal ins Zeug und zauberte ein super Lagerfeuer herbei, an dem wir es uns bei Sonnenuntergang gemütlich machten. Wir unterhielten uns etwas, aber viele von uns genossen auch einfach nur die Ruhe, die Umgebung und den sich bereits klar abzeichnenden Sternenhimmel. Ein perfekter Ausklang des Tages!

Trail Day 42: Von Ngaporo Campsite nach Downes Hut (48 km)

Murphy’s Law Teil 2! Ja das gab es schonmal, nachdem ich Pesto in meinem ganzen Zelt verteilt hatte. Heute „erwischte“ es mich allerdings schlimmer (in Anführungszeichen, weil ich (teils bis komplett) auch selber Schuld war): Canadian Logan und ich flippten bei einer heftigen Stromschnelle und landeten im Wasser…und ich hatte mein Handy dabei in der Hosentasche! Was nicht weiter schlimm ist, weil ich es ja in einem wasserdichten Ziplock-Beutel verstaut hatte. Dumm nur, wenn der Plastikbeutel ein kleines Loch hat und das Handy damit einen eigenen kleinen Pool für sich hatte! Es trocknet gerade noch und so ganz habe ich die Hoffnung auf Wiederauferstehung noch nicht aufgegeben. Aber es sieht nicht gut aus…und dann wären nicht nur alle Fotos von den letzten Tagen futsch, sondern eben auch mein Navigationsmittel für die weiteren Etappen. Und Kommunikation mit Deutschland und weiteren TA-Wanderern wäre eigentlich auch ganz schön! Kurz: Wenn das Teil morgen nicht wieder lebt und ich es nicht in Whanganui reparieren lassen kann, darf ich mir ein neues Gerät zulegen. Und das gerade zu dem Zeitpunkt, wo es meinem Bein wieder besser ging und ich schon auf die Rückkehr auf den Trail hingefiebert hatte. Das dürfte sich mit dieser Geschichte offensichtlich noch etwas verzögern. 🤕

Gute Laune war für den Rest des Tages also vorprogrammiert, aber irgendwann riss ich mich auch wieder zusammen. Es war nicht zu ändern und ich tat zumindest mein Bestes, das gute Teil zu trocknen (Beutel mit Reis und Sonne).

Unser „Big Day“ verging übrigens unter intensiver Hitze wie im Fluge; wir schafften die 48 Kilometer in knapp neun Stunden…und das trotz meines Crashes sowie zwei weiteren von Wolf Man und Stefan 2. Die Landschaft war überragend schön; die Canyons spiegelten sich bei kristallklarem Himmel im Whanganui River. Und wir kamen eben erstaunlich schnell voran, sodass wir bereits um halb sieben unser Ziel – die schöne Downes Hut – erreichten. Wir schleppten unsere wasserdichten Fässer die 200 Meter nach oben, wo wir die Hütte ganz für uns allein hatten.

Während wir kochten, prasselte auf einmal ein heftiges Gewitter auf uns herab…und wir waren froh, die Hütte schon so schnell erreicht zu haben! Donner und Blitz kamen immer näher und der Regen wurde immer stärker, aber unsere Zelte standen sicher und die Kanus waren gut festgezurrt (nur nicht umgedreht, mit dem Entleeren beschäftigen wir uns dann morgen 😉).

Trail Day 43: Von Downes Hut nach Whanganui (44 km)

„Wie großartig war das denn bitte?! Als ich mich umgedreht habe, sah ich nur eine Wand von Regen…und Umrisse von einfach immer weiterpaddelnden Thru-Hikern!“ Das Zitat von Matt fasst diesen Tag eigentlich schon perfekt zusammen, aber von Beginn an…

Der Morgen nach dem heftigen Gewitter war wieder klar und trocken. Und schnell kam die Sonne raus, um uns wieder intensiv zu braten. Heute war wieder meine Runde am Steuer von Clarissa…und damit auch die regelmäßige Aufgabe, sie hin und wieder leer zu schöpfen. Inzwischen hatte Clarissa nämlich ein kleines Leck und pumpte etwas Wasser in den hinteren Teil des Kanus. Logan und ich waren begeistert und kümmerten uns gut um unsere Lady. 😉

Nachdem wir Bekanntschaft mit dem inoffiziellen Whanganui River Sheriff gemacht hatten, der uns von seinem Jetboat eindeutige Signale gab, gefälligst unsere Rettungswesten anzuziehen und nicht als Sitzunterlage zu verwenden, bildeten wir noch einmal ein letztes Floateer. Es war Hannes Geburtstag und er spendierte eine Runde „feinsten“ Scotch für alle. Gemeinsam meisterten wir auch einige Stromschnellen, bevor erste Vorboten eines Gewitters unsere Party auflösten.

Rettung sollte ein Shelter in fünf Kilometer Entfernung sein; trotz unseres hohen Tempos wären das bestimmt noch 45 Minuten weit weg. Es entbrennte ein richtiges Rennen unter uns, es noch rechtzeitig vor Eintreffen des Gewitters ins Trockene zu schaffen. Doch keine Chance! Innerhalb von wenigen Minuten wandelte sich der leichte Nieselregen in eine einzige Regenwand, durch die wir weiter hindurchpaddelten. Total durchnässt vom angenehm warmen Regen erreichten wir schließlich unser Shelter Uporongo Park, natürlich gerade rechtzeitig zum Ende des Gewitters!

Wir schleppten uns den Canyon hinauf und ruhten uns etwas unter dem schützenden Dach aus…und mussten so langsam entscheiden, wo wir die Nacht verbringen sollten. Denn nach Whanganui wollten wir heute eigentlich noch nicht. Aus Mangel an Campsites auf dem Weg dorthin gefiel uns die Idee durchzuziehen allerdings immer besser. Und da wir bisher gut durchgezogen hatten, wurde das Vorhaben auch immer realistischer.

Beim inzwischen vom Regen angeschwollenen Wasserpegel paddelten wir wieder los; Canadian Logan und ich stetig an letzter Stelle, weil Clarissa durch das Leck stetig Wasser aufnahm und es uns stark verlangsamte. Und es dauerte nicht lange und es begann wieder zu regnen. Teilweise verloren wir die anderen komplett aus den Augen und das demotivierte uns noch einmal zusätzlich. Aber irgendwann wurde uns das ganze dann doch zu bunt und wir schalteten in den „Beast Mode“, d.h. wir hauten richtig rein beim Paddeln und holten die anderen peu à peu auf. Wir überholten Wolf Man und Stefan 2, Matt und Kelsea, American Logan und Pat und schließlich auch Andi und Hannes. Wir waren total im Kampfmodus angekommen, während es aus grauem Regen intensiv auf uns hinunterprasselte. Die zweite Regendwand des Tages! 😉 Und jetzt war auch klar, dass wir bis Whanganui durchziehen würden; eine nasse Nacht in der Wildnis nach einem bereits total durchnässtem Tag kam nicht in Frage!

Als wir schließlich um 19 Uhr nach über elf anstrengenden, nassen Stunden auf dem Fluss den direkt am Ufer liegenden Whanganui Holiday Park erreichten, brach großer Jubel auf den Kanus aus. Wir besorgten uns ein paar trockene und warme Cabins; bei Regen wollte heute keiner mehr in seinem Zelt schlafen. Ich organisierte Pizza Delivery und zusammen vernichteten wir bei einem deutschen Geburtstagsständchen für Hannes unsere letzten Alkoholvorräte. So langsam realisierten wir, dass diese wahrhaft epische Reise auf dem Whanganui River nun zu Ende war und wir schwelgten noch einmal in Erinnerungen an die zurückliegenden fantastischen Tage auf dem Fluss. Wir waren auch ein bisschen wehmütig, weil unsere gemeinsame Zeit ab morgen vorbei sein sollte. Jeder von uns hat seine eigenen Pläne auf dem Trail und ich werde bestimmt noch einmal auf den ein oder anderen „auflaufen“. Doch zunächst geht’s für mich ja wieder nach Norden, ich hab da noch etwas nachzuholen…

So what’s next:
Jetzt aber! Tongarironationalpark mit Herr-der-Ringe-Mordor-Feeling! Der Teil, den ich zunächst wegen meiner Verletzung auslassen musste. Ich fahre wieder über 100 Kilometer nach Norden und laufe über den Vulkan in die „falsche“ Richtung, nämlich weiter nach Norden. Und nach der Überquerung fahre ich wieder per Anhalter nach Whanganui; eine weitere Kanutour überlebe ich nicht! 😉 „You never flip into the same river twice…“

4 Kommentare zu “9. Trail-Abschnitt: Von Taumarunui nach Whanganui auf dem Whanganui River – „You never flip into the same river twice…“

  1. Rüdi

    Haha, ich glaub beim Jetboat-Sheriff bin ich schonmal an Bord gewesen auf dem Weg zur Bridge-to-nowhere. Oder da gibt’s mehere von. Ich drück die Daumen mit den Handyfotos – wenn die auf der Speicherkarte sind sollte es vielleicht noch klappen, die sind ja super robust die kleinen Dinger.

  2. Frauke

    Hi Stef ! Unser i-phone ist auch baden gegangen. Erste Stromschnelle schon nach nur einer Stunde. 😉 Es ist sofort ausgegangen und war eine ganze Woche lang mausetot.

  3. Frauke

    Auseinandergenommen, immer schön Sonne und Trocknen …. im Holiday Park an die Steckdose gehängt – und es läuft wieder. 🙂 Viel Glück mit deinem ! Du wirst uns sicher in den nächsten Tagen überholen. 😉 Stay safe and dry !

    1. Stef Autor des Beitrags

      Hey! Ja schön zu hören, dass ich nicht der einzige Tollpatsch war… 😉 Hatte aber leider nicht so viel Glück wie ihr, Sonnenbank und Reisbad haben mein Handy nicht wieder revitalisiert. Hab jetzt gerade erst Tongariro nachgeholt. Das mit dem Überholen wird also so schnell nichts. Hope to see you on the South Island! 😉

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