The Te Araroa Trail

Alternative Route: Routeburn Track & Greenstone Track mit Link zum Te Araroa – Der beste Umweg aller Zeiten!

Te Araroa Trail Total (TTT): 2.700 km 

 

Highlight:

Routeburn Track und Conical Hill – schöner, besser, beeindruckender geht es einfach nicht!

 

Beileid:

Es wird KALT!!! Eiszeit im Paradies!

 

💪🏼: 7/10

😄😐☹: 9/10

Trail Day 98: Routeburn Track (33 km)

Aus 14 mach 54 und eine wahnsinnig tolle Erfahrung! Normalerweise beginnt der Te Araroa nach Queenstown auf der anderen Seite des Lake Wakatipu und führt von dort direkt auf dem Mavora Walkway weiter nach Süden. Ich entschied mich dagegen…und für ein paar extremst lohnenswerte Extra-Meilen abseits des Trails: Ich würde also den Routeburn Track laufen und von dort direkt weiter auf den Greenstone Track wechseln, der mich wiederum zurück auf den offiziellen Te Araroa-Trail zurückbringen würde. Ich würde mich dabei 54 Kilometer abseits des TA herumtreiben und 14 nicht einmal halb so coole Kilometer des Trails überspringen…hörte sich doch nach einem guten Deal an! 😉

Warum? Weil der Routeburn Track eine wahre Perle ist! Vor allem an sonnigen Tagen wie im Wetterbericht vorhergesagt. Für manche ist es sogar der schönste Trail Neuseelands! Und außerdem wollten Matt, Kelsea, Toolbox, Sparky, Jana und Kat diesen Umweg ebenso wandern und ich hatte mal wieder Lust auf nette Trail-Begleitung. 😉 Einziges Problem: Freedom Camping war verboten und Hütten oder Campsites waren erstens sehr teuer und hätten zweitens im Vorhinein gebucht werden müssen. So blieb nur eine Möglichkeit: die 30 Kilometer des Trails an einem Tag zurückzulegen und direkt im Anschluss auf dem Greenstone Track einen geeigneten Platz zum Campen zu finden.

Zunächst begann ich den Tag allerdings allein in meinem Hostel in Queenstown, in dem ich am Vortag den Whirlpool zur absoluten Körperentspannung nutzen konnte. Hostel mit Whirlpool…hatte ich bisher auch nur in Neuseeland erlebt! Insgesamt gefiel mir Queenstown echt gut und ich kann mich so gar nicht am Tourist Trap Bashing beteiligen. Ja, die kleine Stadt ist schon sehr touristisch und voll von zu vielen Menschen (mit mir als Teil des Problems). Dafür hat Queenstown extrem viel zu bieten, von dem ich natürlich in erster Linie kulinarische Angebote in Anspruch nahm. 😉 Extrem lecker, der Burger von Fergburger oder die Pizza von Fat Badger. Dazu noch ein paar Pies und Cappuccinos und schon war ich glückselig! 😉

Anyway, so war ich perfekt erholt und brach um acht Uhr mit meinem Shuttle zum Routeburn Trailhead auf. Auf dem Weg dahin passierten wir den kleinen Ort Glenorchy, den Isengard-Drehort für Herr der Ringe (Hello to Saruman!) und einige weitere beeindruckende Fotogelegenheiten. Außerdem lernte ich im Bus einige sympathische Mitreisende aus Australien und den USA kennen.

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Nachdem ich das Ortsschild von Glenorchy mit der Aufschrift „Welcome to Glenorchy – Gateway to Paradise“ und das Wohnzimmer Sarumans hinter mir gelassen hatte, konnte ich um 10 Uhr endlich loswandern. Die anderen waren zu diesem Zeitpunkt schon längst unterwegs, da sie die Nacht bereits in Glenorchy verbracht hatten. Aber kein Problem, ich würde sie im Laufe des Tages bestimmt einholen und genoss das hervorragende Wetter und die Schönheit des Trails zunächst für mich allein.

Der Trail begann auf 450 Meter und über die nächsten Kilometer arbeitete ich mich auf einem schönen Waldweg peu à peu weiter nach oben. Ich passierte den Sappers Pass auf 700 Meter, erreichte die Routeburn Flats Hut nur kurze Zeit später und lief direkt weiter zur Routeburn Falls Hut auf 1.000 Meter. Zwischendurch überraschten mich meine beiden TA-Amis Spirit und Moose, die den Routeburn in entgegengesetzter Richtung liefen.

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Nach meiner Mittagspause in der Routeburn Falls Hut lief ich eine Stunde weiter zum höchsten Punkt des Routeburn Track, dem Harris Saddle in 1.300 Meter Höhe. Der Weg dorthin und die Aussicht auf dem Sattel gehören zu meinen absoluten Neuseeland-Highlights! Ich blieb mehrmals regelrecht mit offenem Mund vor Erstaunen stehen. Ich glaube, ich hatte die ganze Zeit ein fettes Grinsen im Gesicht und lachte mehrmals laut auf, so wahnwitzig schön war hier die Natur!

Auf dem Harris Saddle entdeckte ich die Rucksäcke meiner Mitwanderer. Sie waren bereits auf den Conical Hill abseits des Tracks vorausgeklettert. Ich lehrte schnell meinen Proviant aus meinem Daypack, packte Kamera und Windbreaker ein und machte mich bergauf an die Verfolgung. Und auf dem Gipfel in 1.515 Metern Höhe erwarteten mich nicht nur die lächelnden Gesichter meiner Trail-Freunde, sondern auch ein 360-Grad-Rundumblick auf Gebirgsseen, schneebedeckte Gipfel und die Tasmanische See. Während die anderen sich nach einiger Zeit wieder an den Abstieg machten, um nicht erst in der Dunkelheit das Ende des Routeburn Track zu erreichen, nahm ich mir hier oben viel Zeit für eine der besten Aussichten meines Lebens…
Aber irgendwann musste auch ich mich losreißen und machte mich erneut an die Verfolgung. Inzwischen war es ein regelrechter Wettkampf gegen die Zeit; ich hatte auf dem ersten Teil des Tracks sowie auf dem Conical Hill etwas getrödelt und jetzt waren es noch vier Stunden bei 18 Kilometern, bis es dunkel werden sollte.


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Ich wanderte weiter, erreichte für eine kurze Pause zur Auffüllung meiner Wasservorräte die Lake MacKenzie Hut in nur noch 900 Meter Höhe und wanderte fix weiter zur Lake Holden Hut, wo sich die Abzweigung zum Greenstone Track befand. Aber keine Chance! Kurz nachdem ich die beeindruckenden Earland Falls passiert hatte, wurde es um acht Uhr unter den Bäumen bereits Zeit für meine Stirnlampe.

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Den Rest des Weges legte ich also in immer tiefer werdender Dunkelheit zurück. Es war bereits halb neun, als ich die Lake Holden Hut erreichte. Erleichterung pur, aber ich war auch sehr erschöpft! Außerdem musste ich jetzt noch weiterlaufen, um einen Platz für mein Zelt zu finden…und vielleicht auch die anderen. Aber eine gefühlte Ewigkeit hatte ich kein Glück; rechts und links des Weges waren nur dichtes Buschwerk und Bäume, soweit ich die Umgebung in der Dunkelheit mit meiner Stirnlampe scannen konnte.

Dann nach einer halben Stunde bemerkte ich erste Lichter und etwas weiter tatsächlich so etwas wie einen Zeltplatz, auf dem mich die anderen freudig begrüßen. Jetzt musste ich nur noch im nassen, unebenen Gelände einen geeigneten Platz finden, was in der Dunkelheit gar nicht so einfach war! Allerdings half mir dabei auch ein wolkenloser Himmel mit Millionen kleiner Sternenlichter bei der Suche.

Wir saßen zum Abschied dieses besonderen Tages noch einige Zeit zusammen, unterhielten uns etwas oder genossen einfach nur den glasklaren Sternenhimmel über uns. Was für ein perfekter Abschluss eines ganz speziellen Trail-Tages!

Es lohnt sich eben (so gut wie) immer, die Extra-Meile zu laufen! 😉

 

Trail Day 99: Greenstone Track (24 km)

Ich wachte in der Nacht mehrmals vor Kälte auf. Es war richtig frostig und selbst in meinem Schlafsack fing ich an zu frieren! Ich setzte mir meine Mütze auf, zog mir meine Socken wieder an und schloss den Schlafsack so weit, dass ich nur noch so gerade Luft zum Atmen bekam. Irgendwann später musste ich dringend pinkeln, was ich so lange wie irgend möglich versuchte hinauszuzögern, um nicht hinaus in die Eiszeit zu müssen. Mit dem einzigen Ergebnis, dass ich nicht mehr schlafen konnte. Es half also nichts, ich huschte schnell hinaus und so schnell es irgendwie ging wieder hinein in Zelt und Schlafsack. So kalt war es bisher noch nie auf dem Trail…und ich entschied, dass das Ende vielleicht doch nicht länger auf sich warten lassen musste. 😉

Als ich am Morgen aufwachte, war das gesamte Zelt voller Kondensation und pitschnass von außen…und so langsam bildeten sich auch erste Tropfen in meinem Innenzelt. Immerhin waren es keine Eiszapfen! Jana, Matt und Kelsea hatten das gleiche Problem. Wir zögerten unseren Aufbruch noch so lange hinaus, bis die Sonne über den ersten Gipfel stieg, um uns und unsere Zelte im Tal aufzuwärmen und zu trocknen. Das funktionierte nicht perfekt, aber schonmal besser als nichts.

Bevor wir gemeinsam auf den Greenstone Track in Richtung Te Araroa Trail aufbrachen, mussten wir uns von Jana verabschieden. Sie hatte leider nicht mehr die Zeit, den Trail zu Ende zu wandern und wollte stattdessen das Fahrrad bis nach Bluff nehmen. Sie würde uns hier also verlassen, drei Kilometer zurück bis zu einer Straße wandern und von dort per Anhalter zum nächsten Fahrradverleih fahren. Anyway, es war eine emotionale Szene, da die anderen sie nicht mehr wiedersehen würden in Neuseeland. Ich selber hatte mich bereits mit ihr verabredet und wir würden am 13. April (einen Tag vor meinem Abflug) gemeinsam in Auckland das Ende des Trails feiern. Wahrscheinlich übrigens auch mit Logan und Spirit, die zu der Zeit ebenfalls in Auckland wären.

Es war bereits 11 Uhr, als wir bei immer noch kalten Temperaturen und wolkenverhangenem Himmel nur noch zu sechst Richtung Te Araroa losliefen. Nach einer Stunde erreichten wir die McKellar Hut und legten dort eine Pause ein. Während ich mich auf dem Weg dorthin mal wieder angeregt mit Matt unterhalten hatte (immer wenn wir uns wiedersehen, geht’s sofort an die tiefentrailologischen Themen 😉), verlief es sich nach der Hütte und jeder wanderte sein eigenes (schnelles) Tempo.

Bis zu unserem Ziel waren es heute nur leichte 25 Kilometer, sodass ich die Greenstone Hut bereits vor 17 Uhr erreichte. Sparky und Toolbox waren bereits da, die anderen sollten eine halbe Stunde später folgen. Der Trail hierhin war natürlich nicht so spektakulär wie gestern und so hing ich auf dem Weg noch einigen schönen Erinnerungen nach oder hörte Podcasts. Hin und wieder regnete es auch leicht, aber Regenjacke und Regenschutz hielten mich und meinen Rucksack trocken. Ich war wieder zurück auf dem Te Araroa, exakt bei Kilometer 2.700…nur noch 300 Kilometer oder die letzten 10% stehen an, ein seltsames Gefühl!

Zum Abschluss des Tages kamen sogar noch Freedom und Marko zur Hütte, die ich vor über 900 Kilometern kurz nach dem Beginn der Südinsel das letzte Mal getroffen hatte. Ich freute mich sehr, denn beide sind total sympathisch und auch ein bisschen verrückt! 😉

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Beide Tage waren einfach super! Und hiermit eine klare Empfehlung an alle TA-Hiker für nächstes Jahr: fügt bei gutem Wetter definitiv den Routeburn Track mit zu eurem Te Araroa-Trail hinzu! Für mich ein Highlight dieses gesamten Abenteuers!

 

 

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