The Te Araroa Trail

Bloggen auf dem Te Araroa

Blogging sucks!

Warum sollte man überhaupt bloggen, wenn es Zeit, Geld und unglaublich viel Nerven kosten kann?! Bevor ich mein Plädoyer für das Bloggen starte, möchte ich euch zunächst über die fiesen Seiten des regelmäßigen Schreibens aufklären. Denn wollen wir mal ehrlich sein: das Bloggen kann zeitweise ein richtiger pain in the ass sein! 😉

iPad Air 2 und weitere Brocken: Das Gewicht des Blogging-Equipments ist nicht zu unterschätzen! Mit einem Kilogramm mehr auf dem Rücken müsst ihr rechnen...

Bloggen auf dem Te Araroa – iPad Air 2 und weitere Brocken: Das Gewicht des Blogging-Equipments ist nicht zu unterschätzen! Mit einem Kilogramm mehr auf dem Rücken müsst Ihr rechnen… 

Zuallerallererst ist da der immense Zeitaufwand zu nennen (allerdings gibt es beim Umfang des Bloggens natürlich auch Abstufungen!). Ich würde schätzen, mein persönlicher Te Araroa war allein durch das regelmäßige und ausführliche Bloggen bestimmt sieben bis zehn Tage länger!

Die längere Zeit auf dem Trail und die zusätzlichen Ruhetage sind natürlich letztendlich auch eine Kostenfrage. Deshalb sollte man sich vor Beginn der Wanderung die Frage stellen, wie stark die eigene Motivation zum Bloggen ist. Nur wenn man wirklich Leidenschaft für das Schreiben hat (oder sich sicher ist, sie unterwegs zu entwickeln 😉), wird man dieses „Schreibprojekt“ auch durchhalten. Es gibt weitaus Besseres, als mit einem halbfertigen Blog und einem regelmäßig schlechten Gewissen durch die Gegend zu stapfen! Ich selber habe das Schreiben (fast) nie als zusätzliche Belastung empfunden, auch wenn es zusätzliche Zeit und Kosten in Anspruch nahm.

Dennoch gibt es Tage, an denen man einfach keine Lust hat! Ich habe selber die Erfahrung gemacht, dass ich gerade dann keinen Spaß am Bloggen hatte, wenn sich aus irgendeinem Grund der Schreibberg vor mir auftürmte, weil ich die letzten Tage einfach nichts in Wort und Schrift festhalten konnte. Oftmals war ich einfach viel zu erschöpft am Ende eines langen Wandertages. Und die Gemeinschaft mit meinen Mitstreitern auf dem Trail und der Wunsch, einfach einen entspannten Abend mit ihnen zu verbringen, ging auch immer vor! Das Schreiben wurde also oft zur nächtlichen Beschäftigung oder Mittelpunkt eines Ruhetages.

Kommen nun auch noch solche Tätigkeiten wie Fotos aussortieren, Fotos bearbeiten und Downsizing für den Blog hinzu – und das auch noch bei vielleicht schlechter oder teurer WLAN-Verbindung – kann man schonmal schnell die Geduld verlieren. Folgende Dinge sind mir auf dem Trail passiert, die das Bloggen teilweise zu einer (vorübergehenden) Qual haben werden lassen:

  • In voller Hingabe geschriebene Blog-Artikel fallen vor Veröffentlichung sprichwörtlich ins Wasser…oder in den Whanganui River 😉
  • WordPress löscht meine bereits hochgeladenen Fotos aus dem Artikel (nochmal von vorne…)
  • WordPress löscht einen gesamten bearbeiteten Artikel aus meinem Dashboard (nochmal von vorne hoch zwei…)
  • Internet ist an vielen Orten in Neuseeland einfach unglaublich langsam oder verschwenderisch teuer. Da helfen eigentlich nur Nerven aus Stahl! 😉

Warum also überhaupt Bloggen? Ein Blick auf meine Motivation zu schreiben…und zu schreiben…und zu schreiben 😉

Auf der anderen Seite wird man durch das Bloggen auch reich belohnt! In meinem Heimatort bei meinen Großeltern liegt ein großer, schwerer DINA4-Ordner mit über 300 ausgedruckten Seiten voller Tinte: mein Blog in der analogen Welt, formatiert für die Non-Digital-Natives unter uns. Für mich stellte mein Blog eben eine großartige Gelegenheit dar, meine liebsten Menschen auf dieser Welt an meinem Leben und meinem Abenteuer teilhaben zu lassen, auch wenn ich mich am anderen Ende der Welt befand (und da auch noch in der Pampa!).

Toll, wenn man besonderen Menschen eine Freude machen kann, oder? So ganz uneigennützig war das natürlich nicht, weil es mir selber ein total gutes Gefühl gegeben hat. Auch heute noch, mehr als zwei Monate nach Beendigung meines Te Araroa-Abenteuers, blättert meine Oma immer mal wieder im Ordner, liest sich einzelne Artikel noch einmal durch oder schaut sich ein paar Fotos an, die ihr gefallen.

Das allein reicht doch an Motivation für einen Blog schon aus, oder? 😉 Allerdings gibt es da noch so viel mehr Argumente! Hier meine TOP8 Pro Blogging:

  1. Austausch mit „fremden Gleichgesinnten“ und ein bisschen Fachgesimpel sind ein großartiger Teil der Wanderung!
  2. Menschen, die man liebt und vermisst, kann man mittelbar am Erlebten teilhaben lassen (siehe oben)!
  3. Das Schreiben kann einfach unheimlich viel Spaß machen!
  4. Blogging als DIE Gelegenheit zur kontinuierlichen Reflexion des Erlebten!

Die Vergewaltigung des Sprichworts „A life not examined is not a life worth living“ hatte ich ja bereits in einem meiner Blog-Artikel vorgenommen („A trail not examined is not a trail worth hiking“ 😉). Weitere Ausführungen zu diesem Gedanken findet ihr am Anfang meines Artikels 25. Trail-Abschnitt: Von Colac Bay nach Bluff – Mein bester längster letzter Tag

  1. Zwang zur regelmäßigen (Aus-)Sortierung der besten Fotos!

Wer kennt es nicht: Nach einem Urlaub oder einer längeren Reise muss man sich erst einmal durch digitale Berge an Fotos zu quälen! Das regelmäßige Aussortieren der Top-Fotos (und deren Bearbeitung) steigert tatsächlich die Chance, sich die Höhepunkte einzelner Etappen tatsächlich nochmal anzuschauen. Ansonsten verschwinden sie nachher regelmäßig als digitale Leichen auf einer externen Festplatte… 😉

  1. Möglichkeit der eigenen Positionierung und Meinungsäußerung…und dabei kann man sogar noch etwas Gutes tun!

Siehe auch meine Spendenaktion „Wandern gegen Hass“ gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit im Netz

  1. Die etwas andere Perspektive einnehmen!

Das Schreiben bietet die einmalige Möglichkeit, Protagonist in der eigenen Abenteuer-Geschichte zu werden…und hilft einem so, sich aus der jeweiligen Situation ein Stück weit hinauszuziehen und die Dinge gelassener zu sehen (z.B. wenn man mal eben im Schlaf ölige Pesto-Sauce in dem gesamten Zelt verteilt hat: Trail Day 6).

  1. Ideen, Perspektiven, Inspiration und Neugelerntes teilen!

Ich bin mir sicher, wenn ich noch ein paar Minuten weiterdenken würde, könnte ich die Liste auch auf TOP15 ausdehnen…but you get my point, right? 😉

Schreiben in der Wissenschaft

Bevor ich euch einen Überblick über mein Blogging-Equipment gebe, hier noch ein kurzer Ausflug in die Welt der Wissenschaft. Bei mir steht in nächster Zeit erneut ein größeres Schreibprojekt an und in diesem Kontext habe ich mich auch ein Stück weit in den kreativen Schreibprozess eingelesen. Viele der folgenden wissenschaftlichen Thesen kann ich nur bestätigen und decken sich mit meinen bereits weiter oben angeführten TOP8-Argumenten.

Aber schaut selbst:

  • Schreiben ist eine effektive Methode, um „die Welt“, Gedanken, Ideen und Gefühle zu ordnen
  • Schreiben ist ein höchst kreatives gestalterisches Medium
  • Schreiben ist ein potentes Medium der Selbsterkundung, Selbsterfahrung und Selbstverständigung…und kann auch therapeutische Wirkung entfalten
  • Schreiben als ein Stück kultureller und gesellschaftlicher Partizipation

Quelle: Brigitte Pyerin: Kreatives wissenschaftliches Schreiben, 3. Aufl. 2007

Ihr müsst also gar nicht auf mich hören, sondern folgt einfach der Wissenschaft! 😉 Ich empfinde das Schreiben (gerade bei so einem intensiven Erlebnis wie auf dem Te Araroa Trail) als ein absolut bereicherndes Werkzeug und kann es nur jedem angehenden TA’ler dringend ans Herz legen.

Das passende Equipment

So, die Entscheidung pro Blogging ist also gefallen! 😉 Aber welches Equipment ist praktikabel (d.h. nicht zu schwer und sicher zu transportieren)? Welches Zubehör ist funktional? Und welche Apps erleichtern das Bloggen zusätzlich und sparen auf dem Trail am meisten Zeit? Im Folgenden stelle ich euch mein Blogging-Equipment vor, das für mich funktioniert hat. Was natürlich nicht heißt, dass es auch ganze andere Optionen gibt…

Hardware:

 

Tablet: iPad Air 2

 Nicht nur für das Bloggen gedacht, sondern die ultimative Allzweckwaffe für die Vorbereitung meiner nächsten Etappen (abgelegt im Google Drive u.a. Offline-Karten, Trail Notes, GPS-Files etc.). Macht natürlich in erster Linie Sinn mit einer Tastatur…

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Tablet-Tastatur und Case: belkin QODE Ultimate Pro

Tolle Tastatur und tolles Case, allerdings nicht wasserdicht. Ich habe mein iPad also inklusive diesem Case zusätzlich noch in meinem Dry Bag für meine Kleidung verstaut. Auf 3.000 Kilometern ist nichts passiert…da war ich bei meinem iPhone weniger

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Handy: iPhone 5S

Mein iPhone diente mir in erster Linie als Navigationsgerät mit meiner neuseeländischen GPS-App und als Fotoapparat. In einigen Pausen oder auch nachst im Zelt habe ich aber tatsächlich auch Artikel auf dem kleinen Bildschirm vorgetippt. Zu beiden Apple-Geräten empfehle ich übrigens eine matte Display-Folie. So zerkratzt der Bildschirm nicht und das Sonnenlicht wird nicht so stark reflektiert wie bei einer klaren Folie oder einem Glasaufsatz.

 

Powerbank Anker Power Core 20100

Ganz wichtig: ausreichende Stromversorgung! Gerade auf der Südinsel hat man immer seltener die Gelegenheit, . Ein kleines, schweres Monster, das ich aber auf keinen Fall missen wollte. Eventuell reicht aber auch die 10.000er-Version.

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USB-Charger: Le Touch Power Bin USB Charger 24W

Schnelles Aufladen mehrerer USB-Geräter erwünscht? Dann geht nichts über diesen USB-Charger inklusive Adapter für Australien und Neuseeland. Im Lieferumfang bei Amazon sind auch noch Aufsätze für weitere Länder wie die USA oder Großbritannien enthalten…aber die würde ich beim Te Araroa vielleicht eher zu Hause lassen. 😉

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Photo Adapter für iOS 9: Gilsey 7in1 Camera Connection Kit Adapter

Wie bekomme ich denn die ganzen Fotos von meiner Micro ¾-Kamera (= SD-Karte), von meiner Action Cam (=Micro SD-Karte) und von meinem iPhone (= per Kabelübertrag) auf mein iPad? Dieser Adapter kann alles! Vorteil: Ich habe alle Fotos von meinen unterschiedlichen Kameras auch noch auf einem zusätzlichen Gerät gesichert.

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Die Hardware auf einen Blick: Anker Powerbank, USB Charger (hier mit dem deutschen Aufsatz), Photo Adapter, iPad Air2 mit geöffneter WordPress-Website, iPhone 5S mit WordPress App und Photo Adapter von Gilsey mit Verbindung vom iPhone zum iPad und eingesteckter SD-Karte

Bloggen auf dem Te Araroa – Die Hardware auf einen Blick: Anker Powerbank, USB Charger (hier mit dem deutschen Aufsatz) iPad Air 2 im Belkin Case mit Tastatur und geöffneter WordPress-Website, iPhone 5S mit WordPress App und Photo Adapter von Gilsey mit Verbindung vom iPhone zum iPad und eingesteckter SD-Karte

iPad Air2 geschützt im belkin QODE Ultimate Pro...mit ein paar Kratzern muss man allerdings leben

Bloggen auf dem Te Araroa: iPad Air 2 geschützt im belkin QODE Ultimate Pro…mit ein paar Kratzern muss man allerdings leben  😉

Software

 

WordPress Apps for iOS

Beide WordPress-Apps sowohl für iPad als auch iPhone haben so ihre Tücken. Dennoch habt ihr die wichtigsten Funktionalitäten so immer startbereit. Das umfangreiche WordPress-Dashboard im Browser können die Apps allerdings nicht ersetzen. Zumindest zum Setup und GoLive eurer Seite solltet ihr noch die Browser-Version nutzen.

 

Photo Downsizer

Kein absolutes Muss, aber eine warme Empfehlung von mir: Vor dem Upload der Fotos für euren Blog ein kurzer Image Resize auf schlankeres, aber immer noch ausreichendes Format spart Zeit und Nerven!

 

Mobile Internetverbindung

 

Spark

Ja, das mit dem Internet ist so eine Sache in Neuseeland und will ich an dieser Stelle auch gar nicht unbedingt ausführen. Grundsätzlich macht es natürlich sowieso Sinn, sich direkt eine SIM-Karte zuzulegen. Ich rate hier zu Spark, da es einfach das beste, flächendeckendste Netz des Landes ist. Außerdem könnt ihr so die zahlreichen Telefonzellen-WLAN-Hotspots für Artikel- und Foto-Upload nutzen. Und kleinere Artikel lassen sich auch problemlos mit einer Datenverbindung in den Travelblog-Orbit jagen. 😉

 

Meine komplette Packliste mit Gewichtsangaben zu den einzelnen Ausrüstungsgegenständen sowie ein paar ganz schlaue Worte dazu findet Ihr übrigens unter folgendem Link:

 

Te Araroa-Packliste – „In the end the things you own end up owning you…“ 

Dieser Artikel ist Teil meiner Serie Make the most of your personal TA!

Danke für die Aufmerksamkeit…und wie immer: hinterlasst mir bei Fragen, Unklarheiten oder Anregungen einfach einen Kommentar. Würde mich darüber freuen! 😉

3 Kommentare zu “Bloggen auf dem Te Araroa

  1. Lucas

    Hallo,
    Danke für den Artikel. Der ist durchaus sehr interessant. Ich bin nämlich auch bereits am planen, wie ich unterwegs bloggen kann, und überlege, ob mir ein Handy ausreicht (Ultraleicht-Gedanke), oder ich mir vielleicht doch noch Tablett und Tastatur mitnehmen soll.
    Hast du auch Erfahrungen gemacht nur mit dem Handy zu bloggen? Eventuell auf kürzeren Hikes? Würdest du davon abraten?
    VG,
    Lucas

    1. Stef Autor des Beitrags

      Hey Lucas! Ja ich habe auch mit dem Handy geblogged, da meine Tastatur zwischendurch mal ihren Bluetooth-Betrieb eingestellt hatte. Machbar ist es auf jeden Fall…es dauert allerdings (zumindest bei mir) wesentlich länger und wenn man sich einmal an die Tastatur unterwegs gewöhnt hat, will man sie natürlich nicht missen. 😉 Aber im Sinne von ultralight würde ich dir jetzt nicht vom reinen Handytippen abraten, gerade WordPress hat eine super Smartphone-App, mit der du sehr intuitiv nciht nur schreiben, sondern auch dein Layout bearbeiten und Fotos hochladen kannst. Mein Tipp wäre: Probier am besten die Mobile App deines Content Management Systems des Vertrauens vorher mal aus, überleg dir vor allem, wieviel du gerne schreiben würdest. Gerade beim Einsatz des Smartphones könnten längere Texte nervtötend sein, wenn man nicht wirklich schnell ist beim Tippen. Vielleicht gibt es aber (inzwischen) auch Diktierfunktionen, die du nutzen kannst. Und denk dann auch an den zusätzlichen Energieverbrauch deines Handys, den du über Powerbank oder Solar Panel wieder ausgleichen müsstest.

      VG
      Stefan

      1. Lucas

        Hallo Stefan,
        vielen Dank für deine Rückmeldung!

        Ich teste es bereits manchmal, wollte aber eben so deine Erfahrungen abschätzen.

        Ich nutze auch WordPress, daher sollte das ganz gut klappen.
        Mal schauen!

        Viele Grüße,

        Lucas

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