The Te Araroa Trail

Von Auckland nach Cape Reinga – Die Anspannung steigt!

Ich liebe Busfahrten in fremden Ländern! Auf den sieben Stunden von Auckland nach Kaitaia in den hohen Norden Neuseelands habe ich schon einen kleinen Einblick bekommen können, warum viele das Land für das schönste der Welt halten: hügelige, saftig grüne Landschaften mit Palmen und teilweise echt seltsamen Bäumen, unterbrochen von traumhaften Buchten mit weiten Stränden, kleine Siedlungen mit einfachen Häusern…der Kiwi mag es simpel und verbringt viel Zeit in der Natur, ganz mein Geschmack! 😉

An diesen tollen Eindrücken konnte auch die rülpsende und fluchende Maori-Flodder-Familie auf der Fahrt nichts ändern. Ganz interessant: Während in Deutschland ja bekanntlich nicht mit dem Busfahrer gesprochen werden darf, hat mein Maori-Fahrer ungelogen nonstop mit den Fahrgästen rumgealbert. Sehr sympathisch und davon könnten sich die griesgrämigen Busfahrer in Düsseldorf mal eine Scheibe von abschneiden.

Die Fahrt habe ich außerdem genutzt, um mir ein bisschen Trail Food Know-how anzueignen und eine Einkaufsliste für den Pak’n’Save (vergleichbar mit Metro in Deutschland) zu erstellen. Hier seht ihr das Resultat, was mich die nächsten vier Tage ernähren soll:

In Kaitaia habe ich mir im Backpackers Hostel meiner Wahl – das Mainstreet Lodge – ein Einzelzimmer gegönnt. Ich habe immer noch ziemlich heftigen Jetlag (letzte Nacht war’s um 3 Uhr wieder vorbei mit der „Nachtruhe“) und außerdem bin ich inzwischen erkältet. Ein letztes Mal ordentlich durchschlafen und ich fühle mich hoffentlich fit genug für die erste Etappe des Trails. Die Anspannung steigt! 😉 Das Mainstreet Lodge ist dabei Auffangbecken für bereits auf der Strecke gebliebene. Hier treffe ich zum Beispiel Jay aus Kanada, der zwar den Ninety Mile Beach bewältigt hat…aber danach in den Wäldern buchstäblich im Schlamm steckengeblieben ist. Und ich lerne Coline aus Frankreich kennen, die bereits 40km nach Cape Reinga (vorläufig) aufgeben musste. Beide nehmen den Trail in Kerikeri wieder auf und lassen die Northland Forests aus. Solche Geschichten lese ich auch online häufiger, was mir wieder vor Auge führt, dass die ganze Geschichte alles andere als ein Selbstläufer wird. Vor allem bin ich mir bewusst, dass ich noch sehr viel zu lernen habe…und darauf freue ich mich!

Honourable Mention: Suzi & Carol von der Mainstreet Lodge. Die beiden haben mir schon wieder bewiesen, dass die freundlichsten und hilfsbereitesten Menschen Kiwis heißen. Erst sorgen die beiden dafür, dass mich eine Freundin von ihnen zum Pak’n’Save fährt (Fußweg 10 Minuten, aber Widerrede zwecklos), dann versorgen sie mich mit Saucen für mein Dinner, geben mir hilfreiche Tipps für den Ninety Mile Beach und zuletzt drückt mir Carol noch eine Visitenkarte der Mainstreet Lodge in die Hand, schreibt ihre persönliche Rufnummer darauf und sagt: „Whatever happens on the trail, when you get in trouble, we will get you of there!“ Hier wird man offensichtlich relativ schnell adoptiert. 😉

Stef’s Ausflug in…Breaking News

Die Schlagzeilen werden hier zur Zeit dominiert vom Tod Jonah Lomus, von vielen als der beste Rugby-Spieler aller Zeit angesehen und damit absoluter Staatsheld Neuseelands. Neben seinen überragenden sportlichen Fähigkeiten als Athlet galt Jonah Lomu als ein sehr bescheidener und hilfsbereiter Mensch, was ihm den Respekt der gesamten Bevölkerung einbrachte. Er ist gerade mal mit 40 Jahren aufgrund eines Nierenleidens verstorben. Zu seinen Ehren hier noch ein Jonah Lomu Best Of-Video, echt der Wahnsinn!

 

Link: http://youtu.be/OsXTa7UCGlk

Und wie gehts weiter
Morgen geht’s los: Die erste lange Etappe von Cape Reinga, der nördlichste Punkt des Trails, bis Ahipara steht auf dem Programm. Geplant sind vier Tage für etwas über 100km. Vorher muss ich von Kaitaia noch die 110km nach Cape Reinga schaffen, also versuche ich mich als Anhalter. Mehr dazu dann in ein paar Tagen, stay tuned! 😉

 

Ein Kommentar zu “Von Auckland nach Cape Reinga – Die Anspannung steigt!

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